Zelte – Tipps & Beratung

 

Hier finden Sie das passende Modell und praktische Tipps & Tricks dazu. 

Die Wahl des Zeltes sollte nicht nur vom persönlichen ästhetischen Geschmack abhängen. Denn es gibt wichtigere Faktoren, die beim Zeltkauf zu berücksichtigen sind, wie Material, Anzahl der Personen, Gewicht und Preis.

Familien- und Campingzelt

Campingurlaub mit Familie oder Freunden ist für viele eine beliebte Sommerferien-Aktivität. Hier finden Sie nützliche Informationen für den Kauf Ihres Familienzelts.

Familienzelt

Zelte für vier oder mehr Personen sind in der Kategorie Familien- oder Holiday-Zelte zu finden.

Tunnelzelt: Diese aufrechtstehenden Zelte mit steilen Seitenwänden bieten am meisten nutzbaren Raum und grosszügige Eingänge. Manche Modelle verfügen über geräumige Vorzelte und Raumteiler. Gewicht spielt in dieser Kategorie eine untergeordnete Rolle, da diese Zelte meist nur vom Auto zum Zeltplatz getragen werden müssen.

Campingzelt

Ein Zelt für 2–3 Personen, ideal für einen Wochenendausflug oder ein Open Air – geräumig und preiswert, wenn das Gewicht keine tragende Rolle spielt. Kuppelzelt: Der grosse Bruder vom klassischen Trekking-Kuppelzelt bietet eine bessere Windstabilität und dadurch erholsamere Nächte bei stürmischem Wetter. Die Platzverhältnisse sind durch die Rundungen etwas eingeschränkter als bei einem Tunnelzelt.

 


Checkliste für das Familienzelt

  • Feriendestination: Wetter vor Ort – warm und schön oder nass und windig?
  • Konstruktion: Kabinen- oder Kuppelzelt?
  • Material: Hohe Wassersäule bei Zeltdach und Bodenplane
  • Eingänge und Stehhöhe: Anzahl Eingänge und kann ich aufrecht stehen?
  • Aufstellen: Je weniger Stangen, desto einfacher und schneller
  • Packgrösse: Mit Auto oder Motorrad unterwegs?
  • Apside (Vorraum): Platz für Material und Küche bei schlechtem Wetter
  • Innenausstattung: Eingenähte Taschen und Trocknungsleinen


Was den Campingurlaub erleichtert und ein gutes Zelt auszeichnet – Details, auf die Sie achten können

Nachfolgende Punkte geben Aufschluss darüber, worauf Sie beim Kauf eines Zeltes achten sollten.

 

Aufstellen und Wohnlichkeit

  • Stehhöhe
    Achten Sie auf eine ausreichende Stehhöhe, wenn Sie nicht gebückt Ihre Kleidung wechseln oder kochen möchten. 
  • Eingänge
    Wie viele Eingänge hat ein Zelt? Welche Form haben die Türen und wie einfach lassen sie sich öffnen und schliessen? Kabinen-Zelte sind in diesem Bereich meist führend.
  • Aufbau
    Das Stangensystem eines Zelts bestimmt, wie einfach sich das Zelt aufstellen lässt. Je weniger Stangen, desto einfacher und schneller ist das Zelt aufgestellt.
  • Wassersäule
    Je höher die Wassersäule, desto länger bleibt das Zelt auch bei starkem Regen dicht.
  • Packgrösse
    Welche Packmasse hat das Zelt, wenn es verpackt ist? Für Camper mit einem kleinen Fahrzeug sowie Motorradfahrer ist diese Spezifikation besonders wichtig.
  • Ventilation
    Moskitonetz-Einsätze finden Sie oft bei Türen, Fenstern und im Deckenbereich. Diese ermöglichen eine verbesserte Ventilation und damit weniger Feuchtigkeit. Zudem halten sie lästige Insekten fern.
  • Vorraum/Vorzelt
    Das Vorzelt soll genügend Raum bieten, um bei schlechtem Wetter die Campingmöbel, das Gepäck oder die schmutzigen Schuhe trocken zu lagern.
  • Sonnensegel
    Ein Sonnensegel ist eine zusätzliche wasserdichte Plane, welche meist in der Verlängerung des Zelts aufgespannt wird, um den Wohnbereich zu vergrössern.
  • Innenausstattung und Taschen
    Häufig ist eine Schlaufe an der Decke für die Laterne vorgesehen. Um Kleinteile wie Autoschlüssel und Taschenlampe sauber zu verstauen, ist es sinnvoll, wenn ein Innenzelt bereits über eingenähte Taschen verfügt.

 


Nützliche Zubehörteile

Bodenplane/Footprint: Eine zusätzliche (massgeschneiderte) Bodenplane (muss extra gekauft werden), welche unter dem Zeltboden platziert wird, schützt diesen vor spitzen Steinen, Zweigen, Kies oder Schlamm. Die Reparatur oder ein Wechsel des Footprints kostet wesentlich weniger als das Ersetzen eines Zeltbodens. Deshalb ist der Einsatz einer Bodenplane vor allem bei Familienzelten mit häufiger Betretung des Zelts von grossem Vorteil. Da die Bodenplane dieselbe Grösse hat wie die Bodenfläche, sammelt sich das Wasser zwischen Boden und Footprint und nicht zwischen Footprint und Zeltboden.

Weiteres nützliches Zubehör

  • Heringe für sandigen Boden
  • Besen/Bürste und Handschaufel
  • Hammer und Hering-Ausreisser
  • Zusätzliche Heringe und Zeltschnüre

 


Trekkingzelt – Tipps & Beratung

Ein Trekkingzelt ist sehr vielfältig – ein gemütlicher trockener Ort, wenn es regnet, bietet es Privatsphäre in der weitläufigen Natur und einen schützenden Raum vor gefährlichen und lästigen Insekten. Welches Zelt nun das passende ist, basiert auf Ihren Bedürfnissen und Erfahrungen sowie einem Kompromiss dreier Faktoren: Platz, Gewicht und Preis.

 

Grösse und Form

Wenn Sie sich am Abend ins Zelt begeben und am Morgen wieder heraus krabbeln, reicht für zwei Personen ein 2-Personen-Trekkingzelt. Wenn Sie aber mehrere Tage wegen schlechtem Wetter im Zelt ausharren müssen, empfiehlt es sich, auf ein grösseres auszuweichen (+1-2 Personen).

 

Windstabil

Freistehende Zelte (Kuppelzelte) erhalten ihre Form, sobald das Gestänge montiert ist. Dies erlaubt eine einfache Platzierung und Ausrichtung sowie das Ausschütteln von Staubresten. Kuppelzelte bieten meist mehr Bodenfläche als Tunnelzelte. Zusätzliche Stangen bringen eine höhere Stabilität und sind somit windstabiler und flattern weniger. Trotzdem müssen auch freistehende Zelte sauber verankert sein, damit sie nicht weggeblasen werden.

Mehr Volumen

Tunnelzelte werden über mehrere parallele Gestängebögen aufrecht gehalten. Im Unterschied zu Kuppelzelten ist die Abspannung zum Stand auf jeden Fall erforderlich. Bei stärkerem Wind in Querrichtung sind diese Zelte weniger standfest als zum Beispiel ein Igluzelt. Hauptvorteil ist das geringe Gewicht und die wegen der steilen Wände günstige Nutzung des Innenraums. Das Tunnelzelt bietet bei gleicher Bodenfläche und Zelthöhe mehr Volumen.

Auch wenn beide Zelte eine ähnliche Grösse haben, ist das Format der Grundfläche entscheidend, wofür man das Zelt einsetzt. Tunnelzelte haben eine rechteckige längliche Fläche, während Kuppelzelte besser geeignet sind, um gemeinsam den Sturm abzuwarten. Steile Seitenwände bieten in Tunnelzelten mehr Raum im Innern, sind aber windanfälliger.

 


Checkliste für das Trekkingzelt

  • Anzahl Personen: 2, 3 oder mehr
  • Gewicht und Grösse: Basislager oder wechselnde Übernachtungsstellen?
  • Trekking-Destination: Wetter vor Ort – warm und schön oder nass und windig?
  • Konstruktion: Kuppel- oder Tunnelzelt?
  • Material: Hohe Wassersäule bei Zeltdach und Bodenplane
  • Aufstellen: Je weniger Stangen, desto einfacher und schneller
  • Apside (Vorraum): Platz für Material und Kochen bei schlechtem Wetter

 


Gewicht und Funktionen

Je weiter Sie ein Zelt tragen müssen, desto wichtiger wird das Gewicht. Für kurze Tragdistanzen oder Tagestouren rund ums Zelt (Basecamp) eignet sich auch ein grösseres, schwereres Modell. Wenn Sie aber das Zelt als ständigen Begleiter mehrere Stunden am Tag tragen, dann kommt eher ein leichtes Zelt in Frage. Zusatzfunktionen wie zwei Eingänge oder grosse Apsiden (Vorzelte) bieten mehr Komfort, belasten aber das Gewicht zusätzlich. Letztendlich entscheiden persönliche Präferenzen, was einem wichtig ist.

 

Funktionen:

  • Apsiden (Vorzelte) bieten zusätzlichen Platz und erhöhen damit den Komfort. Hier kann das Gepäck trocken gelagert, nasse Bekleidung zum Trocknen ausgelegt oder die Schuhe deponiert werden. Apsiden, die über eine zusätzliche Stange verfügen, sind zwar schwerer, aber auch windstabiler.
  • Eingenähte Stangenkanäle verteilen die Kräfte besser auf eine grössere Fläche als das Klippsystem. Sie lassen sich zudem besser mit Handschuhen bedienen. 
  • Das Klippsystem ermöglicht eine bessere Luftzirkulation zwischen dem Innen- und Aussenzelt. Plastikklipps sind bei sehr tiefen Temperaturen anfälliger und können aufgrund der Kälte brechen. 
  • Gedeckte Ventilationslüftungen können bei jedem Wetter geöffnet werden.  

 

Einige weitere Fragen, die Ihnen helfen, das für Sie passende Zelt zu finden:

  • Platz
    Wie viele Personen schlafen gewöhnlich im Zelt? Um das Gewicht niedrig zu halten, sind Zelte häufig passgenau. Dies hat zur Folge, dass es meist enger ist als gewünscht. Für grössere Personen empfehlen wir deshalb, ein grossräumiges 2er- oder 3er-Zelt zu wählen. 
  • Gewicht
    Wie weit trage ich das Zelt? Muss es unbedingt ultraleicht sein? Zwei-Personen-Zelte bewegen sich zwischen 1,8 kg und 3,5 kg, Zelte für 3 Personen zwischen 2,3 kg und 5,5 kg. Das Zeltgewicht pro Person sollte weniger als 1,2 kg sein. Optimal wäre ein Zielwert bei 0,8 kg. 
  • Preis
    Wie hoch ist mein Budget und was kann ich dafür erwarten? Ein 2er-Zelt kostet zwischen 100 und 500 Franken. Die meisten Zelte liegen preislich in der Mitte. Ein höherer Preis bietet normalerweise eine bessere Qualität und ein geringeres Gewicht. 
  • Wetter
    Unter welchen Wetterbedingungen werde ich das Zelt einsetzen? Je nach Region und Saison ist das Wetter unterschiedlich. Es empfiehlt sich ein Zelt zu wählen, das den schlechtesten zu erwartenden Verhältnissen standhält. 
  • Funktionen
    Welche Details sind wichtig für mich? 
  • Aufstellen
    Wie einfach ist das Aufstellen? Generell gilt: Je mehr Stangen, desto komplexer ist das Aufstellen. Bei jedem Zelt wird der Prozess jedoch nach ein paar Mal Aufstellen automatisiert und schon fast instinktiv.

 


Zeltpflege – Tipps & Beratung

Damit Ihr „mobiles Zuhause“ auch langfristig Freude bereitet und Ihnen einen trockenen Platz bei Regen und Sturm bietet, beachten Sie bitte nachfolgende Tipps und Tricks:

 

Vorbereitung

Bauen Sie Ihr Zelt vor dem ersten Gebrauch schon mal zur Probe auf und werden Sie vertraut mit der Ausrüstung. Überprüfen Sie dabei die Vollständigkeit.

Vor Ort - der passende Zeltplatz

  • Probeliegen 
    Wählen Sie möglichst flaches und ebenes Gelände, („Probeliegen“ empfohlen) entfernen Sie spitze Steine und Äste. Vermeiden Sie felsigen Untergrund sowie Mulden, in denen sich Wasser sammelt. Wenn der Platz uneben ist, sollte der Kopf leicht höher liegen als die Füsse. 
  • Bäume vermeiden
    Nicht an exponierten Stellen, wie direkt unter Bäumen oder an hochgelegenen Punkten zelten (Gefahr von Blitzeinschlag). Zudem können herunterfallende Äste und tropfender Harz das Zelt beschädigen. 
  • Ausrichtung
    Der Zelteingang sollte nicht zur Wetterseite (meist Westen) sondern zur windabgewandten Seite ausgerichtet sein. Wenn möglich, den Eingang zur Ostseite platzieren, so starten Sie mit der Morgensonne in den Tag. 
  • Wind
    Ist es windig, suchen Sie nach Schutz hinter grossen Steinen oder kleineren Hügeln. Wenn möglich, das tiefer gelegene Ende des Zelts in den Wind stellen und sämtliche Abspannpunkte verwenden. 
  • Heringe
    Bei steinigem Boden werden Heringe mit wenig Halt mit Steinen beschwert. Heringe möglichst schräg (optimal im 45°-Winkel) zum Boden einstecken.

 

Tipps zum Auspacken und Aufbau

Besonders beim Trekking sind nachfolgende Tipps praktisch. Sie gelten aber auch fürs Camping. Nach einem langen Tag ist man hungrig und müde und muss noch das Zelt aufstellen. Um dabei Zeit und Nerven zu sparen, ist eine gewisse Routine sehr hilfreich. Hier ein paar Tipps:

  • Nach der Ankunft das Zelt, die warmen Kleider sowie Essen/Küche geordnet an separate Orte legen. 
  • Taschen- oder Stirnlampe griffbereit halten (für den Fall, wenn es eindunkelt). 
  • Vor dem Aufstellen sämtliche Reissverschlüsse schliessen, so wird übermässiger Zug bei den Reissverschlüssen vermieden. 
  • Die Zeltplane soll (minimal) gespannt sein, so dass keine Falten entstehen. Dadurch können Belastungen durch den Wind ausgeglichen werden. 
  • Gegenstände, welche in der Nacht benötigt werden (Taschen- oder Stirnlampe, WC-Papier, Brille etc.), immer am selben Ort im Zelt verstauen, damit sie in der Nacht mit einem Griff auch im Dunkeln gefunden werden. 
  • Kocher windgeschützt auf einer flachen Steinplatte platzieren. Brennbare Gegenstände entfernen. 
  • Wasserfiltern am Abend spart am Morgen wertvolle Zeit.

 

Vor der Abreise - Zeltabbau

  • Kondensfeuchtigkeit
    Die Wassertropfen am Morgen im Inneren des Aussenzelts sind ein physikalischer Prozess und haben nichts mit Undichtigkeit zu tun. Je nach Grösse des Innenzelts, der Anzahl darin schlafender Personen sowie Wetterlage und Untergrund entsteht mehr oder weniger Kondensfeuchtigkeit. Das Zelt am Morgen gut durchlüften, bis es trocken ist. Besonderes Augenmerk gilt den Nähten.  
  • UV-Strahlung
    Die UV-Strahlung beeinflusst den Alterungsprozess der Aussenzeltmaterialen und damit die Reissfestigkeit. Ein Platz im Schatten hilft, diesen Prozess zu verlangsamen.  
  • Packen
    Wenn möglich, sollte das Zelt immer sauber, trocken und mit geschlossenen Reissverschlüssen verpackt werden. Deshalb morgens stets gut auslüften. Reicht die Zeit nicht oder regnet es, kann ein Travel-Handtuch helfen, einen Teil der Feuchtigkeit aufzusaugen. Das feuchte Aussenzelt wird anschliessend in eine separate Packhülle verstaut. Um Wasserflecken und unangenehmen Geruch zu vermeiden, sollte ein Zelt maximal für ein paar Stunden so verpackt werden. Denken Sie daran, die Heringe, Stangen und Abspannleinen zu reinigen.  
  • Abfall
    Hinterlassen Sie den Zeltplatz stets sauber und nehmen Sie sämtlichen Abfall wieder mit.

 

Nach dem Einsatz - Zeltpflege

Damit Ihnen das Zelt auch beim nächsten Ausflug Freude bereitet und es zuverlässig seinen Dienst verrichten kann, sollten Sie sich darum gleich im Anschluss kümmern. Dann wissen Sie, wo Handlungsbedarf besteht.

  • Zelt mit feuchtem Lappen reinigen. 
  • Für die Lagerung das Zelt gut trocknen und locker verpacken und es an einem dunklen, trockenen, kühlen Ort bis zum nächsten Abenteuer aufbewahren. 
  • Defekte Stangen, Heringe, Nähte oder Reissverschlüsse ersetzen. 
  • Nähte des Aussenzelts unter Umständen mit Silikon abdichten. Nie in der Waschmaschine waschen oder chemisch reinigen lassen. 
  • Nie in der Waschmaschine waschen oder chemisch reinigen lassen.