Schlafsack – Tipps & Kaufberatung

 

Wertvolle Tipps, damit der Schlafsack nicht zum Alptraum wird.

Schlafsack ist nicht gleich Schlafsack. Je nachdem, ob Sie einen Trekking- oder einen Camping-Urlaub planen, sind unterschiedliche Faktoren für die Wahl des Schlafsacks entscheidend. Während beim Trekking Gewicht und Packmass wichtige Entscheidungskriterien sind, wird beim Camping der Komfort in den Mittelpunkt gestellt.


Temperaturbereich – welchen Mindesttemperaturen bin ich ausgesetzt?

Die kälteste zu erwartende Temperatur ist die Referenz für die Wahl des Temperaturbereichs. Dabei ist zwischen Komfort- und Extremtemperatur zu unterscheiden. Beachten Sie primär die Komforttemperatur. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall für die nächst tiefere Temperatur (Beispiel: Wenn die erwartete Temperatur ca. 0°C ist, nehmen Sie besser den Schlafsack mit Komfortbereich -5°C als jenen bis +2.8°C). Wird die Nacht wärmer, kann der Reissverschluss von unten bei den Beinen geöffnet werden. Der Wert der Extremtemperatur darf nur als Überlebensschutz angesehen werden.

Seit 2005 gilt die Europäische Norm 13537, die einen einheitlichen Rahmen für die Temperaturangabe bei Schlafsäcken garantiert. Jeder Schlafsackhersteller ist nun verpflichtet, seine Produkte bei einem unabhängigen, international zertifizierten Prüfinstitut testen zu lassen. Das Resultat erlaubt es dem Kunden, verschiedene Produkte von unterschiedlichen Herstellern anhand der normierten Produktbeschreibungen verlässlich miteinander zu vergleichen. Folgende drei Temperaturen werden bei den Angaben unterschieden. Für den Kauf ist jedoch nur die Komforttemperatur entscheidend.

  • Komforttemperatur (Richtwert beim Schlafsackkauf)
  • Grenztemperatur
  • Extremtemperatur (nur als Wert für den Überlebensschutz gedacht)
     

Schlafsäcke nach Saison und Typen

  Schlafsackart Temperaturbereich (in °C) Beispiele
Sommer & Hüttenschlafsäcke Komforttemperatur:bis ca. +5°C Wärmere Regionen und Hüttenübernachtungen
Allround Komforttemperatur: bis ca. +/-0°C Universeller Einsatz - häufig bei Camping-Schlafsäcken
3-Saison-Schlafsack Komforttemperatur: bis ca. -10°C Von Frühjahr bis Herbst - auch für kaltes Wetter geeignet - häufig bei Trekking-Schlafsäcken

 


Passt der Schlafsack zum Einsatzgebiet?

Leicht

Äusserst geringes Gewicht, kleinstes Packmass und dennoch gute Wärmeleistung – ein Schlafsack ideal für Hüttentouren oder im Sommer.

Camping

Komfort (mehr Platz) steht hier im Vordergrund, dafür hat er ein etwas höheres Gewicht und die Wärmeleistung ist nicht für Extremtemperaturen ausgelegt. Er überzeugt mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Alpin/Trekking

Auch bei niedrigen Temperaturen im (hoch)alpinen Gelände bietet dieser Schlafsack erstklassige Wärmeleistung dank hochwertiger Materialien. Trotz hoher Wärmeleistung sollte das Gewicht so gering wie möglich sein.


Welche Schlafsacktypen gibt es?

Je enger ein Schlafsack ist, desto besser ist die Wärmeisolation. Denn ein Schlafsack erzeugt keine Wärme, sondern speichert die vom Körper abgegebene Wärme. Je grösser nun der Freiraum im Schlafsack ist, desto mehr muss vom Körper gewärmt werden. Deshalb weisen Decken- und Eiform-Schlafsäcke schlechtere isolationswerte auf und werden primär in wärmeren Regionen eingesetzt.

 

Deckenschlafsack

Der Camping-Schlafsack – bietet viel Platz, lässt sich ganz öffnen und als Decke verwenden. Ist primär für sommerliche Temperaturen geeignet.

Mumienschlafsack

Die körpernahe Form erlaubt eine hohe Wärmeisolation, weshalb er für kalte Temperaturen geeignet ist. Der kompakte Schnitt spart Material und somit Gewicht.

Ei-Form

Eine Kombination aus Decken und Mumienform für mehr Platz und trotzdem guter Isolation – ideal für Camping.


Füllmaterial - Daune oder Kunstfaser?

Die Hauptentscheidung, die Sie treffen müssen, ist die Wahl zwischen den beiden Füllmaterialien Daune oder Kunstfaser.

Daunenfedern sind sehr leicht, langlebig, atmungsaktiv und lassen sich optimal komprimieren. Bei der Anschaffung sind sie zwar teurer, dafür halten sie länger.

Kunstfasern eignen sich hervorragend bei feuchten, kühlen Bedingungen. Zudem entfalten sie sich schneller als ein Daunenschlafsack. Kunstfaser-Schlafsäcke sind meist ein wenig schwerer und lassen sich weniger stark komprimieren, dafür halten sie die Körperwärme besser.

Daune

Vorteile:

  • Minimales Packmass
  • eringes Gewicht
  • BesseresSchlafklima, dank optimalen Feuchtigkeitstransport
  • Langlebig

Nachteile:

  • Trocknet sehr langsam
  • Pflegeintensiver
  • Weniger geeignet in feuchtem Klima
  • Eher teuer

Kunstfaser

Vorteile:

  • Trocknet rasch
  • Isoliert auch feucht noch
  • Geeignet für feuchtes Klima
  • Braucht wenig Pflege
  • Preiswert

Nachteile:

  • GrösseresPackmass
  • Höheres Gewicht
  • Schlafklima

Das luftdurchlässige Obermaterial sorgt für ein angenehmes Klima, erlaubt aber auch, dass feinste Daunen durch den Schlafsackstoff dringen. Wichtig zu wissen, dass der Verlust von Daunen kein Mangel ist. Am besten zieht man sie von der Gegenseite wieder in die Füllung. Die Lücke wird sich durch den Gebrauch automatisch wieder schliessen (Fäden verschieben sich an Ursprungsposition). Wird die Daune stattdessen herausgerissen, vergrössert sich das Loch im Stoff. Da die Daunen ineinander verhängt sind, werden weitere folgen und die Wärmeleistung verschlechtert sich.

 

Welche weiteren Faktoren beeinflussen meine Körperwärme?

Matte

Neben der Polsterung isoliert die Matte den Raum zwischen Ihnen und dem Boden und verhindert dadurch eine Wärmeabgabe an den Boden. Auch der beste Schlafsack bringt keine gute Leistung, wenn er gegen den Boden nicht isoliert ist.

Zelt

Die Benutzung eines Zelts schafft eine zusätzliche Isolation von rund 5°C.

 

Stoffwechsel und körperliche Verfassung

Sind Sie ein „Kaltschläfer“ und bevorzugen Sie eine zusätzliche Isolationsschicht? Oder sind Sie eher ein „Warmschläfer“ und benötigen nachts keine Decke? Die verschiedenen Schlaftypen empfinden Temperaturbereiche sehr unterschiedlich. Zusätzlich beeinträchtigt Müdigkeit oder Erschöpfung die Körperwärme: Ist man müde, friert man schneller.

 

Kleidung

Was Sie an Kleidung im Schlafsack tragen, beeinflusst die Wärmeleistung ebenfalls. Lange Unterwäsche und trockene Socken isolieren die Körperwärme zusätzlich und verhindern, dass Schweiss und damit Körperöle an den Schlafsack abgegeben werden. Mütze und Schal helfen, den Wärmeverlust am Kopf zu reduzieren. Bei besonders kalten Nächten empfiehlt es sich, eine Fleece-Jacke und Hosen anzuziehen.

 

Kapuze

Schlafsäcke mit einer integrierten Kapuze schützen den Kopf bei kalten Nächten vor empfindlichem Wärmeverlust. (Bei Trekking-Schlafsäcken ist dies meist Standard.)

 

Trinken

Genügend Flüssigkeit hilft, damit der Körper auch während der Nacht warm bleibt. Am besten vor dem Schlafen einen warmen Tee trinken. Auch die Ernährung ist nicht zu unterschätzen: Isst man zu wenig, friert man schneller.

 

Spezielle Damen-Schlafsäcke

Diese Schlafsäcke sind speziell auf die Bedürfnisse der Frau abgestimmt. Verglichen mit den normalen Modellen unterscheiden sie sich in den folgenden Punkten:

  • An den Schultern sind sie kürzer und schmäler geschnitten
  • Mehr Platz an den Hüften
  • Zusätzliche Isolation im oberen Bereich
  • Zusätzliche Isolation im Fussbereich

 

Mit einem Seiden-Innenschlafsack steigern Sie die Wärmeleistung und verbessern den Feuchtigkeitstransport. Dies schont zudem den Schlafsack vor Verschmutzung. Bei warmen Temperaturen kann das Inlett auch alleinig als Sommerschlafsack genutzt werden.

 

Schlafsack-Details für einen guten Schlaf

Sobald Sie sich über den Temperaturbereich und das Füllmaterial im Klaren sind, können Sie den Fokus auf die Details legen.

  • Schlafsack-Koppeln: Manche Schlafsäcke können zu einem „Doppelbett“ gekoppelt werden. Es können jegliche Typen gekoppelt werden, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

    1. Einer der beiden Schlafsäcke benötigt einen rechten und der andere einen linken Reissverschluss. (Hinweis: Rechts und links werden aus der Rückenlage im Schlafsack bestimmt.)

    2. Die Reissverschlüsse müssen dieselbe Grösse, Form und ungefähr die gleiche Länge haben.
  • Innentasche: Ideal für kleine Sachen, welche in der Nacht rasch greifbar sein müssen, wie Uhr, MP3-Player oder Stirnlampe. Diese Taschen sind je nach Hersteller an unterschiedlichen Orten angebracht. Deshalb kurz prüfen, ob die Lage den eigenen Bedürfnissen entspricht.
  • Kissen (zusätzlich): Die meisten von uns benötigen für einen angenehmen Schlaf ein Kissen. Gewisse Schlafsäcke verfügen bereits über eine eingenähte Kissentasche, in die Kleider oder ein Reisekissen gepackt werden können. Reisekissen finden Sie ebenfalls im SportXX-Sortiment. 
  • Innenschlafsack (zusätzlich): Verwenden Sie einen dünnen Innenschlafsack aus Baumwolle oder Seide. Damit bleibt der Schlafsack länger sauber und erweitert den Komforttemperaturbereich um erstaunliche 5°–10° C. Das gibt zusätzliche Flexibilität beim Einsatz: So kann bei sommerlich warmen Temperaturen nur der Innenschlafsack verwendet werden.
  • Aufbewahrungssack (zusätzlich): Optimal wird ein Schlafsack in einem Aufbewahrungssack gelagert. Dabei kann er sein volles Volumen entfalten und somit bleibt die Isolationsfähigkeit länger gewährleistet.

Schlafsackpflege – Tipps

Mit ein wenig Pflege behält Ihr Schlafsack seine Wärmefähigkeit über mehrere Jahre. Nachfolgende Tipps bewahren Sie vor unangenehmen Überraschungen und schlechten Träumen.


Nie in die pralle Sonne legen

Unkomprimiert in einem grösseren Sack aufbewahren

Nicht schleudern

Trockner: max 30°C

Alle paar Stunden aufschütteln

Trocknungszeit: 5 - 10 Tage

Schlafsackpflege

Prinzipiell gilt für Schlafsäcke: Je weniger sie gewaschen werden, desto besser (Richtwert nach ca. 100 Übernachtungen). Lüften Sie den Schlafsack, aber legen Sie ihn nie in die pralle Sonne. Risse können Sie provisorisch mit einem Klebestreifen flicken. Verwenden Sie ein Schlafsack-Inlett. Dies sorgt für verbesserte Wärmeleistung und schützt den Schlafsack vor Verschmutzung.

 

Lagerung

Den Schlafsack trocken und sauber in einem grösseren Aufbewahrungssack lagern. Rollen Sie den Schlafsack nicht beim Verpacken (in die Kompressionshülle), sondern stopfen Sie ihn mit geschlossenem Reissverschluss hinein.

 

Waschen

Daunenschlafsäcke

Bei Daunenschlafsäcken darf nur ein spezielles Daunenwaschmittel verwendet werden. Dies sorgt dafür, dass den Federn ihr Fett nicht entzogen wird. Schlafsack auf links drehen und sämtliche Verschlüsse schliessen. Beim Waschprogramm bitte auf den Schleudervorgang verzichten. Sie können Ihren Schlafsack im Trockner bei mässiger Temperatur (maximal 30°C) langsam trocknen. Zum Aufklopfen der Daunen Tennisbälle mit in die Trommel legen. Herausnehmen, kräftig aufschütteln und einige Stunden an die Luft legen. Sofern kein Trockner zur Verfügung steht, breiten Sie den Schlafsack möglichst waagrecht über einer Wäschespinne aus, damit er von beiden Seiten trocknen kann. Am besten alle paar Stunden aufschütteln und zwar so lange, bis man keine Verdickungen mehr spürt. Das kann einige Tage (5-10 Tage je nach Füllmenge) dauern. Macht man es richtig, lohnt es sich auf jeden Fall, denn der Schlafsack wird sich wieder wie neu anfühlen.

Kunstfaserschlafsäcke

Waschen Sie den Schlafsack immer im Schongang und verwenden Sie nur wenig Feinwaschmittel (Herstellerangaben beachten). Spülen Sie ihn mehrfach oder wiederholen Sie das Waschprogramm, ohne Waschmittel hinzuzugeben. Breiten Sie den Schlafsack aus und lassen Sie ihn an der Luft trocknen.

Inlett

Inletts können ohne weiteres gewaschen und getrocknet werden, dies erspart ein häufiges Reinigen des Schlafsacks. Inletts gibt es aus Baumwolle, Seide und Fleece. Naturfasern sind oft angenehmer auf der Haut, sorgen aber für ein kühleres Schlafklima, denn sie nehmen Feuchtigkeit auf und speichern sie direkt am Körper. Bei niedrigen Temperaturen ist ein Fleece-Inlett zu empfehlen, das Feuchtigkeit vom Körper ableitet.