Rucksack – Tipps und Kaufberatung

Ein Rucksack bedeutet Freiheit – mit ihm gelangen Sie an die einsamsten Orte unseres Planeten, sei es für einen Tag oder gar für mehrere Wochen. Dabei sollte der Rucksack richtig sitzen, über genügend Platz für Ihr gesamtes Material verfügen und optimal auf Ihre Aktivitäten zugeschnitten sein.

 

Rucksäcke können in zwei Hauptkategorien unterteilt werden:

 


Tagesrucksack

Bei Tagesrucksäcken existieren zwei unterschiedliche Rucksacktypen:

Klassischer Alpinrucksack mit Deckelöffnung

Die Alpinrucksäcke verwenden meist ein einfacheres Design und verfügen über weniger Funktionen, dafür sind sie leichter. Da sie mit zwei Packriemen geschlossen werden, können sie wenn nötig auch mal etwas überladen werden. 

Die ausziehbare Deckelabdeckung ermöglicht zudem, flexibel das Volumen zu vergrössern bzw. zu verkleinern. So findet für den Kletterer beim Zustieg zur Route alles im Rucksack Platz (Seil, Helm, Gurte), während der Tour kann er den Rucksack dann entsprechend komprimieren. Seitliche Kompressionsriemen schaffen zusätzliche Stabilität und ermöglichen, Gegenstände festzuklemmen.

Häufig verfügen diese Rucksäcke über ein grosses Fach, welches nur von oben zugänglich ist. Dadurch kann die Suche nach Gegenständen im Inneren ein mühsames Unterfangen sein.

Tagesrucksäcke/Daypacks mit Reissverschlussöffnung  (abklappbarer Frontteil)

Diese Art von Rucksäcken bieten mittels einem Rundreissverschluss den Zugang zum Hauptfach. Dadurch lässt sich der vordere Teil des Hauptfachs abklappen und man erhält eine gute Übersicht über den Inhalt des Rucksacks.

Gerade weil dadurch das Packen und Hervornehmen von Gegenständen einfacher ist, eignet sich dieser Rucksacktyp für den Alltag und für alle, die oft auf den Inhalt zugreifen müssen.

20 Liter, 30 Liter, 40 Liter – Welche Grösse/Volumen ist richtig für mich?

Die meisten Wander- oder Multisport-Rucksäcke verfügen über ein Volumen von 30 Litern. Dies reicht in der Regel für alle wichtigen Ausrüstungsgegenstände. Manche spezialisierten Tagesrucksäcke bewegen sich volumenmässig an den beiden Extremen. Ein Trailrunning-Rucksack beispielsweise beschränkt sich mit 10 Litern aufs Wesentliche, während ein Kletterrucksack auch mal 38-45 Liter fassen kann.

Wenn Sie oft für andere Material tragen, wie Familien mit Kindern, dann empfiehlt es sich, einen 40-Liter-Rucksack zu wählen. In den meisten Fällen reicht für eine Tageswanderung ein 30-Liter-Rucksack.

 


Trekkingrucksack

Auch bei den Trekkingrucksäcken ist das Volumen in Liter die ausschlaggebende Grösseneinheit. Um zu ermitteln, welches Volumen Ihren Bedürfnissen entspricht, helfen Ihnen nachfolgende Fragen:

Wie lange dauern meine Trekkingtouren durschnittlich?

Die Erfahrung zeigt, dass die meisten ihren Rucksack für kürzere Touren, wie Wochenend-Trips, nutzen. Hierfür eignet sich ein leichter Touren-/Trekkingrucksack mit einem Packvolumen zwischen 40 und 75 Litern (Damen 40–65 Liter). Je nach Übernachtung reichen 40 Liter (Hüttenübernachtung), führt man das Zelt mit, sind 50 bis 70 Liter notwendig, abhängig von den eigenen Bedürfnissen. Je länger man unterwegs ist, desto mehr Volumen wird benötigt. Für längere Touren ab 5 Tagen, Trips im Winter oder wenn Eltern die Ausrüstung der Kinder tragen, verwenden die meisten einen Rucksack mit einem Volumen von 65 und mehr Litern.

Wenn Sie den Rucksack für kurze und lange Touren nutzen wollen, entscheiden Sie sich für ein grösseres Modell. Damit stellen Sie sicher, dass auch bei längeren Treks alles im Rucksack Platz findet. Es empfiehlt sich, möglichst keine Gegenstände am Rucksack anzuhängen: Damit vermeidet man Kratzspuren von Dornen und die Balance verbessert sich.

Zu welchen Jahreszeiten unternehme ich Trekkingtouren?

Obengenannte Richtwerte gelten für Touren im Sommer. Ist man oft im Frühling/Herbst oder im Hochgebirge unterwegs, benötigt man mehr Volumen für zusätzliche Kleidung, einen wärmeren Schlafsack oder ein stabileres Zelt. Dasselbe gilt für Ausflüge im Winter.

Wie viel Platz benötigt eine Standardausrüstung?

Wenn Sie bereits über eine eigene Ausrüstung verfügen, nehmen Sie diese am besten gleich mit und prüfen vor Ort, dass alles Platz findet. Mit steigender Erfahrung weiss man, wo Platz und Gewicht gespart werden kann. So nimmt man beispielsweise statt den 7 Sandwiches nur noch 5 Sportriegel mit. Die optimierte Ausrüstung passt dann in einen kleineren Rucksack. Bei der Erstbeschaffung der gesamten Ausrüstung spielen unter Berücksichtigung der eigenen Bedürfnisse vor allem das Gewicht und die Packgrösse eine grosse Rolle.


Rucksackkriterien: nützliche Details

Auf welche Details Sie beim Kauf achten sollten, gibt Ihnen folgende Liste Auskunft.

1. Polsterung
Schultertragriemen sind ergonomisch geformt, weich und bieten dadurch einen hohen Tragkomfort. Gepolsterte Rückenteile vermeiden, dass kantige Gegenstände im Rucksack unangenehm auf den Rücken drücken. Zudem sollte das Rückensystem atmungsaktiv sein, damit Luft zwischen Rücken und Polster zirkulieren kann.

2. Frauen-Design
Rucksäcke speziell für die Frau verfügen über schmalere Träger, welche speziell auf den Körperbau einer Frau abgestimmt sind. Meist fällt die Rückenlänge ebenfalls ein wenig kürzer aus.

3. Material/Gewicht
Qualität macht sich auch im Gewicht bemerkbar. Hersteller von hochwertigen Rucksäcken verwenden stabilere und leichtere Materialien, welche eine längere Lebensdauer aufweisen. Günstige Produkte hingegen setzen aus Kostengründen häufig billigere und schwerere Materialien ein.

 

4. Hüftgurt/Hüftgurttasche 
Auch bei grösseren Tagesrucksäcken sollte der Hüftgurt die Hüft sauber umschliessen, um damit einen Teil des Gewichts tragen zu können. Eine kleine integrierte Tasche ermöglicht das Verstauen von kleinen Gegenständen (Energy Gel, Riegel, GPS), um diese rasch griffbereit zu haben.

5. Trinksystem 
Einige
Modelle verfügen bereits über die Aufnahme eines Trinksystems, indem ein separates Fach im Hauptfach für die Trinkblase sowie eine Öffnung für den Schlauch vorgesehen sind.

6. Integrierte Regenhülle 

Sie schützt den Inhalt bei schlechtem Wetter auch über längere Zeit vor Nässe. Bei Nichtgebrauch wird sie beinahe unsichtbar im Boden verstaut.

7. Zusatzschlaufen und Packriemen 

Externe Packriemen ermöglichen das Fixieren von Wanderstöcken, Eispickeln, Steigeisen. Aufgesetzte Netztaschen und elastische Spannriemen bieten die Möglichkeit, Flaschen oder Jacke in Griffnähe zu verstauen.

Zugriffe und Taschen – Wie einfach finde ich meine Sachen?

Wie einfach es ist, Gegenstände im Rucksack zu finden, hängt von dessen Konstruktion ab.

1. Deckelöffnung
Ist bei den Trekkingrucksäcken Standard, einige wenige kleine verfügen noch über einen Reissverschluss zum Hauptraum. Im Hauptfach werden zu unterst jene Gegenstände verpackt, die selten oder erst am Ende des Tages benötigt werden. Achten Sie auf eine ausklappbare Abdeckung: Diese ermöglicht bis zu 10 Liter zusätzlichen Stauraum.

2. Seiten- oder Frontzugang (je nach Modell)
Mittels Reissverschlüssen an den Seiten oder vorne gelangt man einfach von aussen in die Tiefen des Hauptfachs, ohne den ganzen Inhalt entladen zu müssen. Zusätzliche Reissverschlüsse sind zwar sehr praktisch, können unter Umständen aber auch als zusätzlicher Schwachpunkt gelten. Taschen Zusätzlich

 

Taschen ermöglichen, Ordnung bei den Kleinteilen zu halten und erlauben, Wichtiges rasch griffbereit zu haben.

 

3. Elastische Seitentaschen 
Wenn sie leer sind, sieht man sie kaum. Erst mit der Beladung einer Trinkflasche, Zeltstangen oder anderen Gegenständen entfalten sie ihre wahre Grösse – sehr praktisch.

4. Hüftgurttasche
Eine kleine integrierte Tasche im Hüftgurt ermöglicht das Verstauen von kleinen Gegenständen (Energy Gel, Riegel, GPS), um diese rasch griffbereit zu haben.

5. Front-Tasche
Manche Rucksäcke verfügen für schmale kleine Gegenstände über eine aufgenähte Tasche auf der Vorderseite, meist mit einem vertikalen Reissverschluss.

6. Deckeltasche
Die „Schnell-Zugangstasche“ mit Reissverschluss für alles Wichtige für unterwegs, wie Sonnencreme, Insektenspray, Kamera, Riegel, Karte etc. Bei einzelnen Modellen kann die Deckeltasche abgenommen und separat als Hüftgurttasche genutzt werden – ideal für kurze Ausflüge vom „Basislager“.

7. Befestigungspunkte
Für Berggänger mit Wanderstöcken oder Eispickeln sollten mindestens zwei Befestigungsriemen vorhanden sein. Kompressions- und Packriemen ermöglichen das Fixieren von zusätzlicher Ausrüstung.


Rucksack richtig einstellen

Auch der beste Rucksack taugt wenig und verursacht Schmerzen, wenn er falsch eingestellt und suboptimal gepackt ist. Für ein erlebnisreiches Trekking ist es wichtig, dass der Rucksack optimal auf die Körpergröße abgestimmt und eingestellt ist. Mit einer optimalen Gewichtsverteilung läuft es sich länger und die Balance kann stark verbessert werden.