1. Startseite
  2. Dehnen vs Mobility: Wo liegt der Unterschied?
Beweglichkeit

Dehnen vs. Mobility: Wo liegt der Unterschied?

Dehnen
24. Januar 2023

Dehnen vs. Mobility sind Beweglichkeits- oder eben Mobilitätstrainingsmethoden, die enorm zur Verbesserung der Fitness und der Leistung beitragen können. Doch worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Dehnen vs. Mobility? Wir geben dir einen kurzen Überblick.

Dehnen

Wieso ist Beweglichkeit wichtig?

Aller guten Dinge sind drei. Das trifft auch auf die Fitness zu. Denn vereinfacht ausgedrückt basiert die Gesamtfitness auf einem Fundament aus fünf Faktoren: Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination, wobei die ersten drei die wichtigsten Faktoren sind. Dabei übernimmt die Beweglichkeit eine grosse Rolle im Bereich der Balance, der Körperhaltung und bei der Kraftübertragung zwischen Muskeln und Gelenken. 

Bewegungseinschränkungen des Körpers führen meistens zu Kompensationsverhalten. Beweglichkeit ist daher für einen funktionellen und ökonomischen Bewegungsablauf zentral und bildet eine wichtige Stütze für einen schmerzfreien Alltag – und für bestmögliche Leistungen im sportlichen Bereich.

Um die Beweglichkeit zu trainieren, entweder um sie zu verbessern oder sie (im Alter) beizubehalten, gibt es verschiedene Mobilitätstrainingsmethoden: Yoga, Pilates oder Tai-Chi beispielsweise, aber eben auch Dehnen oder Mobility.

Was ist Dehnen?

Beim Dehnen, auch Stretching genannt, wird allgemein zwischen statischem Dehnen und dynamischem Dehnen unterschieden: Beim statischen Dehnen wird eine bestimmte Position für längere Zeit beibehalten, beim dynamischen Dehnen werden die Muskeln nicht konstant unter Spannung gesetzt, sondern in einer meist wippenden Bewegung dazwischen immer wieder gelockert.
Dehnen ist eine Trainingsmethode, welche die passive Mobilität verbessert. Das bedeutet, dass beim Dehnen die erwünschte Haltung ohne muskuläre Aktivierung eingenommen wird.

Dehnen

Was ist Mobility?

Auch bei Mobility geht es um die Erhöhung der Mobilität, also des Bewegungsumfangs, jedoch um den aktiven Bewegungsumfang. Denn bei Mobility wird die dehnende Haltung aktiv, also unter Einsatz der eigenen Muskelkraft, eingenommen. Das bedeutet, dass die Spannung der Muskulatur vom Gehirn angesteuert und bewusst kontrolliert werden muss. 

Der Unterschied zwischen Dehnen vs Mobility an einem Beispiel:

  • Dehnen: Wenn du deine Brustmuskulatur spannen möchtest, dann stell dich vor eine Wand, streck einen Arm seitlich vom Körper weg, berühre mit der flachen Hand die Wand und drehe dich dann mit dem Oberkörper langsam von der Wand weg, bis die erwünschte Spannung erreicht ist.

    Durch das Dehnen wird der Bewegungsumfang dauerhaft vergrössert. Jedoch nur dann, wenn regelmässig und intensiv gedehnt wird. Erst dann erhöht sich die sogenannte Dehnungstoleranz der Muskeln. 
     
  • Mobility:Die gleiche Spannung kannst du auch durch Mobility erreichen. Führe deinen ausgestreckten Arm ohne Hilfsmittel so weit nach hinten, bis die erwünschte Spannung erreicht ist.  

    Durch regelmässige Mobility-Trainingseinheiten wird also nicht nur die Beweglichkeit verbessert. Durch das kontrollierte und aktive Herbeiführen der erwünschten Spannung entsteht ein geschärftes Bewusstsein («Muscle Memory)» für die Position und die Bewegungen des Körpers. Dadurch erhöht sich nicht nur das wortwörtliche Körperbewusstsein: Auch die zur Herstellung der Spannung eingesetzte Muskulatur wird beansprucht und dadurch gestärkt.
Dehnen

Was ist das bessere Mobilitätstraining: Dehnen oder Mobility?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten und ist immer abhängig davon, was du mit deinem Beweglichkeitstraining erreichen willst. Grundsätzlich solltest du beide «Techniken» in dein Trainingsprogramm integrieren: Nach einem langen und anstrengenden Workout kann es zielführender sein, die Muskeln durch leichtes Dehnen auf die Regenerationsphase vorzubereiten, als die ohnehin schon müden Muskeln und Gelenke mit einer zusätzlichen Mobility-Session weiter zu beanspruchen.

Falls du ein ganzheitlicheres Beweglichkeitstraining anstrebst, deine Körperhaltung und im besten Fall auch die Körperform optimieren willst, ist Mobility sicherlich zu bevorzugen. Zumal Mobility auch viele Dehn-Elemente bereits abdeckt. Und wenn du gleich dabei bist, integriere doch auch gleich noch einige Yoga, Pilates oder Tai-Chi-Elemente. Denn erstens ist das ausgewogenste Workout am effizientesten, und zweitens macht Abwechslung beim Trainieren einfach Spass.

Wer profitiert von Beweglichkeitstraining?

Ausnahmslos alle! Und zwar unabhängig davon, ob du nun weiterhin ausgedehnt stretchst, oder ob du auf das ganzheitlichere Mobility als Mobilisationstraining setzt. Denn mit mehr Bewegung kommt mehr Freiheit, durch ein besseres Körpergefühl mehr Sicherheit und durch grössere Flexibilität mehr Möglichkeiten. Zudem kannst du durch regelmässiges Mobilitätstraining effizient Haltungsschäden bekämpfen oder gleich ganz vermeiden. Und zwar nicht nur beim Sport, sondern auch in deinem alltäglichen Leben – hoffentlich bis ins hohe Alter.