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Tipps gegen Frieren im Winter

Richtig gekleidet bei kalten Temperaturen: Outdoor-Guide für die ganze Familie

Winter
29. November 2022

Egal ob beim Skifahren in der Schweiz oder bei Ferien im kalten Norden Schwedens: Die richtige Kleidung ist das A und O. Doch es gibt Einiges zu beachten: Das Material, die Schichten, die Körperregionen. Wir gehen hier alles für dich durch und geben dir Tipps für einen warmen Winter. Beim Spazieren oder beim Sport.

Welche Körperregionen brauchen Schutz?

Nicht jede Körperregion braucht denselben Schutz. Der Körper reguliert seine Temperatur sehr gut selbst und spart Energie an Stellen ein, um sie anderswo zu benutzen. Deshalb sollte man folgende Regionen besonders beachten, um dem Regulationssystem des Körpers entgegenzukommen:

  • Die Haut: Unser grösstes Organ sollte nicht vergessen gehen. Die Blutgefässe verengen sich bei Kälte, vor allem in den oberen Hautschichten. Jetzt muss das Herz stärker arbeiten, um die Sauerstoffversorgung weiterhin zu gewährleisten. Um das Herz zu entlasten, sollte man also die Haut vor Kälte schützen. Ausserdem übernimmt das Blut eine grosse Rolle bei der Temperaturversorgung vom Körper.
  • Die Extremitäten: Die Hände, Finger, Füsse und Zehen weisen eine besonders grosse Hautoberfläche auf und so kann viel Temperatur abgegeben werden. Sie sind zudem am weitesten vom Herzen entfernt. Um die überlebenswichtigen Organe zu schützen, werden sie also bei Kälte weniger durchblutet.
  • Der Kopf: Hier sind viele wichtige Organe auf wenig Raum untergebracht (Mund, Nase, Augen, Ohren). Deshalb ist diese Region sehr gut durchblutet und die dünne Haut im Gesicht schützt nicht gut vor Wärmeverlust.
  • Die Lunge: Wenn man draussen kalte Luft einatmet, können die Bronchien gereizt und die Lunge stärker belastet werden. Das steht im Kontrast zur trockenen Heizungsluft, die die Nase und Atemwege belasten. Schleimhäute können leichter austrocknen und werden somit anfälliger für Krankheitserreger.
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Do’s and don’ts der Winterkleidung

Aber wie schütze ich diese verschiedenen Körperregionen optimal gegen die Kälte? Hier ein Guide mit Tipps und Tricks.

Unsere Grosis und Mamis haben es schon immer gewusst: Zwiebellook ist das Stichwort. So kann man sich immer an neue Gegebenheiten (wie starken Wind, Sonne oder Nässe) anpassen, um Schweiss und somit auch Erkältungen vorzubeugen.
 

Man kann sich an drei Schichten orientieren:

  1. Basisschicht: Das ist die Lage, die direkten Kontakt mit der Haut hat. Man sollte auf atmungsaktive Materialien achten, die Feuchtigkeit nach aussen transportieren können. Kunstfasern oder Wolle eignen sich dafür besonders gut – Baumwolle ist ungeeignet. 
  2. Wärmeschicht: Wie es der Name schon sagt, schützt diese Schicht vor Kälte. Sie transportiert Feuchtigkeit (Schweiss) weg von der Haut. Dadurch wird ein Auskühlen des Körpers verhindert und man beugt Erkältungen vor. Materialien mit Luftkammern speichern die natürliche Körperwärme und sind eine Isolationsschicht. Unsere Empfehlung: ein Pullover aus Wolle oder eine Fleecejacke und Strumpfhosen/Ski-Unterwäsche. Wer ein Gfröhrli ist, kann in hier die Anzahl der Schichten individuell anpassen.
  3. Oberschicht: Diese Schicht schützt vor Witterungseinflüssen wie Feuchtigkeit oder Wind. Soft- oder Hardshell-Jacken sind winddicht und wasserfest. Manche von ihnen weisen eine Daunen- oder Polyesterfüllung auf und können zur Wärme beitragen. Diese Schicht sollte ausserdem nicht zu eng anliegen, denn im Luftzwischenraum wird Körperwärme gespeichert.
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Es ist zu beachten, dass man atmungsaktive Stoffe verwendet, damit man Feuchtigkeit nach aussen transportiert werden kann – Baumwolle eignet sich nicht. Feuchtigkeit führt nämlich schnell dazu, dass man friert und sich erkältet.

Natürliche Materialien wie Wolle oder Daunen sind atmungsaktiv und man muss sie oft auch weniger waschen (was die Langlebigkeit der Produkte fördert) – einfach nach dem Ausflug auslüften und meist sind sie wie neu. Wolle mit feiner Kräuselung (wie Merino) speichert Wärme sehr effizient und fühlt sich nicht kratzig an. Ausserdem können Naturfasern mehr Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen.

Bei aktiven Sportarten wie Langlauf und Schneeschuhlaufen empfehlen wir Bekleidung aus Kunstfasern.
 

Weitere Tipps:

Wenn man im Schnee oder bei starkem Regen unterwegs ist, kann es sinnvoll sein, ein zweites Paar Handschuhe oder eine zweite Mütze mitzunehmen, um auf warme und trockene Handschuhe auszuweichen.

Die Füsse gehen oft vergessen: In warmen und gefütterten Schuhen schwitzt man schnell. Atmungsaktive und wasserfeste Schuhe können schon für Abhilfe schaffen (am besten eine Nummer grösser), aber Wollsocken sind hier die Geheimwaffe für trockene Füsse. Gegen Frostbeulen an den Füssen bei langen Ausflügen oder sehr tiefen Temperaturen sorgen Heizsocken für Abhilfe.

Blasen- und Nierenentzündungen sind vor allem für Frauen eine grosse Gefahr im Winter. Man sorgt am besten mit der richtigen Unterwäsche und einer wattierten Skihose vor. Bei Aktivsportarten wie Winterjogging, Langlauf und Schneeschuhlaufen sollte man funktionelle Unterwäsche tragen, die gut aufliegt und am Rücken nicht zu kurz ist. Für die weiteren Lagen sollte man sich an die Schichten vom Zwiebellook halten.

Fehlt dir noch eine Packliste für deine nächsten Ski-Ferien oder das Ski-Lager deiner Kinder? Dann gibt es hier schon einen Guide von SportX.

Richtig gekleidet beim Sport

Schweiss ist beim Sport unvermeidbar und deshalb ist es umso wichtiger, dass die Kleidung Feuchtigkeit effektiv nach aussen transportiert und schnell trocknen kann – damit man sich nicht erkältet. Funktionstextilien eignen sich hier am besten, denn sie sind zusätzlich noch elastisch und bieten mehr Bewegungsfreiheit.

Zu viele Schichten sind beim Sport suboptimal, denn so kann sich die Hitze stauen. Ein bis zwei dünne schichten reichen oft schon als Wärmepolster aus. Das Ganze kombiniert mit einer wind- und wasserfesten Softshell-Jacke bietet den idealen Schutz. Wenn du das Zwiebelprinzip anwendest, kannst du deinen Look nach dem Aufwärmen zum Beispiel schon deinen Bedürfnissen anpassen.

Leichte Handschuhe, ein Stirnband und ein schlauchförmiges Halstuch schützen Hände, Ohren und Hals. Da es im Winter schnell dunkel ist, vergiss nicht Reflektoren auf der Kleidung, um dich und andere Verkehrsteilnehmer*innen zu schützen. Wir haben dir hier die besten Tipps zum Joggen und zum Velofahren im Winter zusammengefasst.

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Winterkleidung für Kinder

Die oben genannten Regeln gelten nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder. Da ihr Immunsystem aber noch nicht ganz ausgereift ist, müssen sie auf besondere Weise geschützt werden. 

Da Kinder oft viel aktiver unterwegs sind, sollte auf Bewegungsfreiheit geachtet werden. Hier sind mehrere dünne und dehnbare Schichten mit Gummizug die beste Wahl. 

Bunte und helle Farben sorgen nicht nur für gute Laune an grauen Wintertagen, sondern machen dein Kind auch sichtbar bei Schnee und Regen. Und wenn ein Handschuh oder eine Mütze mal verloren geht, kann man sie so leichter im Laub oder Schnee wiederfinden.
 

Fazit

Was du beim Kauf deiner Winterausstattung im Hinterkopf behalten solltest: Zwiebellook und atmungsaktive Materialien. So unterstützt du dein körpereigenes Temperatursystem und sparst Energie, die du auf der Piste oder beim Wandern brauchst. Wenn du diese Tipps befolgst, wirst du viele schöne Stunden warm und trocken im Schnee verbringen können.

Du möchtest wissen, wie du dich neben einer Erkältung auch vor einem Unfall auf der Piste schützen kannst? Dann lies unseren Artikel zum Thema.

Wir wünschen dir eine schöne Wintersportsaison.


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