Welche Fussform haben Sie?

Um besser einschätzen zu können, welcher Laufschuh der richtige für Sie ist, sollten Sie etwas über Ihre Fussform und Ihren Laufstil wissen. Fünf Fussformen werden unterschieden:

  1. 1Normalfuss Der gesunde Fuss verfügt über ein Längs- und ein Quergewölbe. Beide werden durch Muskeln, Sehnen und einen komplizierten Bandapparat, aber auch durch die Anordnung der Knochen unter Spannung gehalten. Längs- und Quergewölbe sinken bei jedem Schritt leicht ein und wirken wie ein Stossdämpfer, das heisst, bei der Landung des Fusses auf dem Boden kommt es zu einer leichten Pronation.
  2. 2Hohlfuss Der Hohlfuss ist ein steifer, starrer Fuss, der den einzelnen Schritt nur unzureichend dämpft. Er ist gekennzeichnet durch einen hohen Rist, überstreckte Zehen und ein stark überspanntes Längsgewölbe. Das Fussgewölbe sinkt zu wenig ein. Dadurch sind die Dämpfungseigenschaften des Fusses beeinträchtigt. Wenn der Fuss bei der Landung auf dem Boden als Ganzes nach innen kippt, spricht man von einem Hohlknickfuss.
  3. 3Senkfuss, Plattfuss Beim Senkfuss oder Plattfuss (schwere Deformität) ist das Längsgewölbe eingesunken, der Fuss knickt in der Landephase zu stark nach innen ab. Im Fachjargon spricht man von einer Überpronation. Bei dieser Fehlstatik geht die Dämpfungsfunktion des Fusses weitgehend verloren. Sie muss vom Schuh übernommen werden.
  4. 4KnickfussIm Zusammenhang mit dem Senkfuss kommt oft auch ein
    Knickfuss vor. Fachleute sprechen dann von einem Knicksenkfuss. Charakteristisch für den Knickfuss ist der nach innen vorspringende Fersenknöchel. Auf der Schuhinnenseite zeigt sich in diesem Fall oft eine Verformung des Schafts.
  5. 5SpreizfussBesonders bei Frauen, die Konfektionsschuhe mit hohen Absätzen tragen, die im Vorfussbereich meist eng und kurz geschnitten sind, entsteht oft auch ein Spreizfuss. Das Quergewölbe sinkt ab und kann zu Hammer- und Krallenzehen führen oder zu einem schmerzhaften Hallux valgus.

Laufstile im Vergleich

Der Laufstil passt sich den Anforderungen an, die der Läufer an sich selbst stellt. Je kürzer eine Laufdistanz ist bzw. je schneller das Lauftempo, desto mehr wird über den Vorfuss gelaufen. Ein Sprinter läuft die 100 oder 200 Meter nur auf dem Vorfuss, ein Mittelstreckenläufer die 800 oder 1500 Meter auf dem Mittelfuss oder dem Vorfuss. Marathonläufer, auch solche der Weltklasse, landen auf dem Mittelfuss oder rollen gar über die Fersen ab. 42,195 Kilometer auf dem Vorfuss, wo die körpereigenen Dämpfungsmechanismen (Muskulatur, Sehnen und Gelenke) eingesetzt werden müssen, hält auch ein Haile Gebrselassie nicht aus.

Vorfuss- oder Fersenlaufen – welcher Bewegungsablauf ist für Hobbyläufer der beste? Beim Vorfusslaufen verpufft in der Landephase weniger Energie, es ist der Bewegungsablauf, der dem natürlichen Barfusslaufen entspricht und deshalb von vielen Experten empfohlen wird. Es erfordert allerdings eine gute Koordination und gut ausgebildete Waden- und Fussmuskeln, Sehnen und Gelenke. Für Ungeübte ist das Vorfusslaufen weit Kräfte raubender als das Fersenlaufen, bei dem man sich passiv über die Ferse auf den Boden „fallen“ lässt. Wenn Sie Fersenläufer sind und keine Probleme haben, gibt es keinen Grund, den Laufstil umzustellen.

  • Beim Mittel-/Vorfusslaufen erfolgt die Landung auf dem Mittel- oder Vorfuss, wobei die körpereigenen Federungs- und Dämpfungsmechanismen eingesetzt werden. Deshalb wird dieser Laufstil auch als „aktives Laufen“ bezeichnet.
  • Beim Fersenlaufen erfolgt ein passives „Sich-in-den-Schritt-hineinfallenlassen“, wobei der Fuss mit der Ferse zuerst den Boden berührt. Die überwiegende Mehrheit der Hobbyläufer sind Fersenläufer.
  • Beim Barfusslaufen, dem natürlichen Laufstil, erfolgt die Landung des Fusses automatisch auf dem Mittel- oder Vorfuss, weil ein ungedämpfter Aufprall auf der Ferse zu schmerzhaft wäre.

ConSR-Equip_Fussformen_WygK_Laufstile

 
Mittelfusslauf und Vorfusslauf

 
Fersenlauf

 
Barfusslauf